Die Stadtbahn zum Aufkleben – und für die Weihnachtspost: Neues Postwertzeichen ab 7. Dezember


Pressemitteilung vom 30.11.2017



Ab dem 7. Dezember ist sie erhältlich: die Briefmarke der Deutschen Post mit dem Motiv „Stadtbahn Stuttgart“. Die Marke ist Herbert Lindinger gewidmet, dem Produktgestalter, den schon seit 1979 für die SSB tätig ist, wenn es um das äußere und innere Erscheinungsbild der Fahrzeugserien der Stadtbahn Stuttgart geht. Die Post setzt damit ihre Serie „Design aus Deutschland“ fort, in der schon letztes Jahr zwei Motive zum Thema Gestaltung von Möbeln und Gefäßen erschienen waren.   

Damit steht Lindinger, was die populäre öffentliche Würdigung angeht, nun in einer Reihe mit Designern wie Peter Behrens, Marcel Breuer, Wilhelm Wagenfeld oder Luigi Colani. Die Namen mag nicht jeder kennen. Aber wenigstens eines etlicher Produkte von der griffigen Sprudelflasche über den praktischen Salzstreuer oder den materialsparenden wie eleganten Stuhl bis zum stapelbaren Porzellangeschirr hatte wohl schon fast jeder Mitmensch in der Hand, oder ist mit einem ICE gefahren. 

Bereits 1998/99 gab die Post eine Motivserie ‚Design in Deutschland‘ heraus, die gestalterisch berühmtes Mobiliar wie Glasgeschirr, Tischlampen oder Stühle abbildete. Schon einmal, 2008, war ein ästhetisches Produkt aus der Hand von Herbert Lindinger auf einer Wohlfahrtsmarke zu sehen, der Hubschrauber Bo 105, allerdings außerhalb der Design-Reihe. Nunmehr, auf der neuesten Marke, ist neben der Abbildung des Stuttgarter Stadtbahnwagens S-DT 8.12 der SSB auch Lindingers Name verewigt. 


Lindingers Wirken haben die Marketingleute der Post schon deshalb besondere Aufmerksamkeit gewidmet, weil sein Lebenswerk nicht nur die Formgebung von sehr vielen verschiedenen Produkten umfasst, vom HiFi-System über die Telefonzelle bis zum kompletten Zug. Auch der Rote Faden zum Thema Öffentlicher Nahverkehr ist bei Lindinger bemerkenswert, weil er bereits beim Standard-Überland-Linienbus von 1969 beteiligt war und vielen Schienenfahrzeugen des Nahverkehrs von Hamburg über Berlin bis zu den Österreichischen Bundesbahnen ihre Form gegeben hat. 

Design: Weit mehr als nur eine Zutat

Dabei geht es keineswegs nur um die äußere Wahrnehmung und heutige Standardansprüche wie Windschnittigkeit. Auch die Innengestaltung gehört dazu, und damit noch mehr als bei der äußeren Hülle ein ganzer Strauß von Ansprüchen, die manchmal enorm schwierig unter einen Hut zu bekommen sind: praktikable Funktion für den Fahrgast und den Fahrer, Dauerhaftigkeit, technisch gut zu bewältigende, preisgünstige Herstellung, einfache Reinigung, genügend Widerstand gegen Vandalismus oder am besten gleich möglichst wenig Anreiz dazu, gute Tauschbarkeit, problemlose Ersatzteilhaltung. Dazu kommen von vorneherein technische Vorschriften und Normen für Stabilität, Brandschutz oder übersichtliche und schnell erfassbare Informationen. So soll selbst das Massive hinreichend filigran wirken, hochwertig, einladend und attraktiv. 

„Es scheint doch so etwas wie eine gefühlsmäßige Bindung zu diesen täglich benutzten Verkehrsmitteln zu geben.“   
Herbert Lindinger

 

Das Neue neben dem Bewährten

Lindingers eigentliche Kunst – wie er gerne betont – liegt aber gerade bei der Fortschreibung einer „Generationen-Saga“ wie den Stuttgarter Wagen, die er seit 38 Jahren betreut. Das bedeutet, dass dabei ein großer Wurf, bei dem alles neu und anders gemacht wird, sozusagen nicht erwünscht ist. Denn die älteren Wagen sollen neben den Neuen nicht aus der Zeit gefallen wirken, und die ganze Flotte soll immer noch als „Familienunternehmen“ erkennbar bleiben, das aus einem Guss erscheint. „Das Alte nicht alt wirken lassen“, lautet deshalb das Prinzip des vitalen Designprofessors im Ruhestand: Gefragt ist die behutsame Veränderung. Herbert Lindinger legt Wert darauf, dass so, wie er es praktiziert, Design weitaus mehr ist, als dem Produkt am Schluss eine schöne Hülle zugeben: „Wir vereinen von vorne herein die Ansprüche an Ästhetik und Attraktivität, an Ergonomie und Umweltfreundlichkeit, an Gebrauchstauglichkeit und relativer Langlebigkeit.“ Von Lindinger stammen die weithin beachteten „Zehn Kriterien für ein qualitätvolles Design.“  


Zur Person

Professor Herbert Lindinger, geboren 1933 in Wels in Oberösterreich. Studium der Visuellen Kommunikation in Linz und Produktgestaltung an der Hochschule für Gestaltung Ulm, ab 1962 dort Dozent. Ab 1971 Direktor des Instituts für Industrial Design an der Leibniz Universität Hannover. Mitbegründer des europäischen Verbandes für Design. Selbständiges Atelier für Produktgestaltung in Hannover. Tätig im Industrie-, Foto- und Grafikdesign. Auf dem Sektor der Schienenfahrzeuge – einem seiner Schwerpunkte – gestaltete Lindinger U-Bahn-, Stadtbahn- und Straßenbahnwagen für Stuttgart, Hannover, Frankfurt, Berlin und Hamburg. 

Zum Stuttgarter Stadtbahnwagen

Ende der 1970er Jahre schufen die SSB und die damalige Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) aus dem Standard-Stadtbahnwagen „Typ B“, wie er im Rhein-Ruhr-Gebiet lief, eine weiterentwickelte Konstruktion für die geplante Stadtbahn Stuttgart. Herbert Lindinger erhielt den Auftrag zur Gestaltung des Inneren, des Fahrerraums und des Äußeren. Die Prototypen bildeten sozusagen die neuen Wagen für die Zahnradbahn Stuttgart der SSB, die bereits 1982 erschienen, weil dringender Bedarf bestand. Die erste Stadtbahnlinie in Stuttgart mit Serienwagen nahm 1985 den Betrieb auf. Schon für die erste Wagenserie, den Typ S-DT 8.4, erhielten Herbert Lindinger und die SSB auf der Internationalen Designbiennale Ljubljana 1984 die Goldmedaille. 1999 folgte die technisch grundlegend neue, gestalterisch aber behutsam weiterentwickelte Version S-DT 8.10. Seit 2013 ist der nochmals erheblich veränderte Typ S-DT 8.12 dazugekommen, von dem auch aktuell (2017/18) fabrikneue Fahrzeuge vom Hersteller Stadler (Berlin) in Stuttgart eintreffen.

Die Briefmarke              

Titel        
Stadtbahn Stuttgart – in der Serie: Design aus Deutschland

Portowert
1,45 Euro

Sondermarke
Einmalige Auflage, erhältlich solange Vorrat reicht

Ausgabetag    
Ab 7. Dezember 2017

Gestaltung    
Sibylle Haase und Prof. Fritz Haase, Bremen

 

Erhältlichkeit

Zehnerbogen, Nassklebung. Auflage: 3,9 Millionen Postwertzeichen. Ab 7.12.2017 in den Postfilialen erhältlich.  

Maxirolle, 500 Stück, selbstklebend. Auflage: 2000 Rollen = 1.000.000 Postwertzeichen. Erhältlich ab 1. Februar 2018. Nur über die Post-Niederlassung in Weiden, nur für Geschäftskunden, nicht über die Filialen

Zwei Sonderstempel


Am 7. Dezember wird von der Deutschen Post in der SSB-Haltestelle Charlottenplatz über eine Sonderpostfiliale die Sonderbriefmarke sowie ein Sonderstempel „Stadtbahn Stuttgart“ mit einem auf 1000 Stück limitierten Ersttagsbrief ausgegeben. Der Poststand ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Auch am 9. Dezember, wenn die durchgehend fertiggestellte Stadtbahnlinie U12 eröffnet wird, bietet die Post an der neuen Stadtbahnhaltestelle Budapester Platz einen Sonderstempel mit den druckfrischen Briefmarken an. An diesem Tag hat diese Sonderpostfiliale von 10 bis 16 Uhr geöffnet.  

https://shop.deutschepost.de/sammeln/philatelie/service-informationen-der-philatelie/kataloge-zum-blaettern -> Infoblatt „Stempel & Informationen“ Nr. 25/2017 -> Seite 12 (Stempel 25/388)

Philatelistische Auskunft der Deutschen Post zu dieser Marke: Volker Stickel, Deutsche Post, Telefon 07231 5803-3450

Briefmarkensammlerverein Schwaben: www.bsv-schwaben.de

 

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