Informationen und Fakten
Die neue Stadtbahn der SSB: der S-DT 8.12

Neue und runde Fahrzeugfront
"Für die Fahrgäste präsentieren sich die neuen Bahnen als Weiterentwicklung, für die Ingenieure sind es komplett neu gestaltete Fahrzeuge", sagte Wolfgang Arnold, Technischer Vorstand und Vorstandssprecher der SSB. Im Laufe des nächsten Jahres soll die Auslieferung der inzwischen 12. Serie von Stadtbahnen beginnen. Beim neuen S-DT 8.12, wovon 20 von der SSB angefordert wurden, werden die Fahrgäste Vertrautes und Bewährtes wiederfinden. Doch gibt es auch eine Vielzahl von Neuerungen und veränderten Fahrzeugkomponenten.
Der Einstiegsbereich
Unverändert ist die Anzahl der Türen, auffallend aber im neuen Fahrgastraum die zwei großen Mehrzweckabteile jeweils zwischen Fahrerstand und Tür. Trotzdem kann durch den Einbau von Klappsitzen die Anzahl der Sitzplätze nahezu gleich gehalten werden. Das Mehrzweckabteil bietet Rollstuhlfahrern ausreichend Platz, für sie gibt es außerdem besondere Haltemöglichkeiten, Sprechstelle und Türöffnungstaster.

Türen erhalten nun zusätzliche Öffnungstaster
Insgesamt sind die Einstiegsbereiche großzügiger gestaltet, so dass Fahrgäste mit Kinderwägen, Rollstühle oder Rollatoren leichter einsteigen können. Dazu wurden die für die Sicherheit wichtigen Haltestangen neu angeordnet. Die neuen Stadtbahnen erhalten Schwenk-Schiebe-Türen statt Außenschwingtüren. Der Einstieg bekommt eine zusätzliche Beleuchtung, außerdem ebenfalls über der Tür rote Warnleuchten, wenn sie sich schließen. Unverändert sind der Durchgang zwischen den beiden Wagenhälften, Polstersitze, ein heller und übersichtlicher Fahrgastraum und die Videoeinrichtung.
Die Klimatisierung
Auch die neuen Fahrzeuge sind klimatisiert, so dass im Sommer die Innentemperatur um 2-3 Grad unter der Außentemperatur liegt. Vier Klimageräte auf dem Fahrzeugdach übernehmen Kühlung und Belüftung im Sommer und im Winter die Beheizung des Innenraums. Durch die Integration der Heizung des Fahrzeugs in die Klimageräte konnten die bisher bei der SSB eingesetzten Untersitzheizgeräte eingespart werden.
Die Innenbeleuchtung
Die Beleuchtung des Fahrgastraums erfolgt beim S-DT 8.12 mit LED-Technik statt mit Leuchtstoffröhren. Die LED-Technik benötigt weniger Strom und hat eine längere Lebensdauer.
Der Fahrerarbeitsplatz
Der Fahrerarbeitsplatz wurde nach den neusten ergonomischen Erkenntnissen und gesetzlichen Vorschriften vollständig überarbeitet. So wurden die Sichtverhältnisse vom Fahrerarbeitsplatz vor das Fahrzeug weiter verbessert. Erkennbar wird dies durch eine wesentlich weiter nach unten heruntergezogener Windschutzscheibe oder durch das elektronisches Rücksichtsystem. Dem Außenspiegel ist das Rücksichtsystem besonders bei schlechten Sichtverhältnissen wie z.B. Dunkelheit, Nebel, tiefstehender Sonne etc. überlegen. Auch das Armaturenbretts ist neu. So befinden sich nur noch die zum Fahren des Stadtbahnwagens absolut notwendigen Bedienelemente auf dem Armaturenbrett, wodurch für den Fahrer die Übersichtlichkeit wesentlich verbessert wurde.
Die Fahrdynamik: Mehr Power für Steigungen
Der neue Stadtbahnwagen S-DT 8.12 hat 1 MW (1340 PS) Antriebsleistung. Im Vergleich zu seinem Vorgänger dem S-DT 8.10 wurde die Gesamtantriebsleistung damit um 40 kW weiter erhöht. Gründe dafür sind die im SSB-Netz vorhandenen Steigungs- und Gefällstrecken von bis zu 90 Promille und das voraussichtlich höhere Fahrzeuggewicht durch die neuen Anforderungen an die Crash-Sicherheit. Die fahrdynamischen Werte (Anfahrbeschleunigung, Bremsvermögen Beharrungsfahrt in Steigungen, etc.) können somit trotz des höheren Fahrzeuggewichts vom neuen Stadtbahnwagen ebenfalls erreicht werden.
Sicherheitseinrichtungen
Auch das neue Fahrzeug erfüllt die hohen Sicherheitsstandards der SSB-Stadtbahnen. Das betrifft nicht nur die technischen Eigenschaften, sondern auch die Sicherheitseinrichtungen für die Fahrgäste: Lichtschranken an den Türen, Fahrerruf, Notmelder, Notausstieg. Neu ist eine Brandmeldeanlage in allen technischen Einbauräumen und im Fahrgastraum.
Das Fahrzeugdesign außen
Insbesondere die neuen Anforderungen an den Fahrerarbeitsplatz und neue Normen zum Crash-Verhalten haben dazu geführt, dass die Fahrzeugfront optisch völlig verändert wurde. Deshalb hat der Fahrzeugkopf eine ausgeprägt runde Form.

Mehr Platz im Türbereich
Das Fahrzeugdesign innen
Der Fahrgastraum wurde komplett überprüft und überarbeitet. Trotzdem gab es nur sehr zurückhaltend Änderungen. Denn auch hier galt, dass die Fahrgäste ein vertrautes Raumgefühl haben sollen. Das Polsterdesign bleibt ebenso wie die markanten ovalen Haltegriffe zwischen den Sitzen. Auch das Fenstertischchen – als Aufstehhilfe aber optimiert – bleibt. Die Sitze ruhen jetzt nicht mehr auf großen Sitzkästen sondern sind überwiegend "schwebend" konstruiert. Auch die Farbgestaltung von Decken, Wänden und Boden wurden nur leicht geändert. Zu den vertrauten Türöffnern an den Haltestangen innen und neben den Türen außen kommen weitere Taster im Türblatt hinzu.

