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Geschichte Von 1926 bis 1945


Wagenhalle Degerloch

1926

Zwischen Marienstraße und Kursaal fährt die erste SSB-Omnibuslinie, die Buslinie A. Zehn Busse stehen dafür bereit. An der Leonberger Straße wird der Straßenbahnbetriebshof Südheim eingeweiht. Im Dezember geht die Straßenbahnlinie Esslingen - Nellingen - Denkendorf (END) und die Städtische Straßenbahn Feuerbach (Feuerbach - Weilimdorf - Gerlingen) in Betrieb. Die SSB-Hauptwerkstatt baut Autos. Dieses kurze Intermezzo endet nach der Fertigung von drei Wagen.


Omnibus vor dem Hauptbahnhof

1927

Der "Autoverkehrsverband Stuttgart GmbH" (AVS), der unter anderem eine Reihe von Firmenbuslinien finanzieren soll, entsteht. Die Betriebsführung übernimmt die SSB. In Stuttgart entsteht die Weißenhofsiedlung.


Seilbahn von Heslach zum Waldfriedhof

1929

Das Jahr des Börsenkrachs - in den folgenden Jahren kommt es zur Wirtschaftskrise. Die ersten Straßenbahnwagen bekommen Polstersitze. Zum Waldfriedhof fährt jetzt eine 536 Meter lange Seilbahn und überwindet einen Höhenunterschied von 87 Meter mit einer Steigung von 27 Prozent. Die Wagenhalle Cannstatt wird gebaut, der Betriebshof Berg wird geschlossen.


Abstellhalle für 32 Busse

1934

Die SSB übernimmt Anteile der Kraftverkehr Württemberg AG (KVG), der späteren Schwabengarage. Deren Aufgabe ist: Vertretung von Fahrzeugherstellern und Handel mit Treibstoffen und Reifen. Die SSB erwirbt die Filderbahn und die Städtische Straßenbahn Feuerbach. Das SSB-Busnetz besitzt eine Länge von 82,5 Kilometer und befördert mit 32 Bussen und einem Anhänger insgesamt 2,6 Millionen Fahrgäste.


SSB-Motorboote

1935

Jetzt betreibt die SSB auch Boote. Am 25. Juli wird der Bootsbetrieb auf dem Neckar (König-Karls-Brücke bis Max-Eyth-See) mit zwei Dieselmotorbooten "Danzig" und "Memel" eröffnet. In Zuffenhausen wird an der Stammheimer- und Strohgäustraße ein Depot eröffnet.

1936

Am Marienplatz wird der neue Zahnradbahnhof eröffnet. Und die SSB bekommt ein drittes Motorboot, die "Emden".

1938

"Reichskristallnacht" – Stuttgarter und Cannstatter Synagogen brennen. In Echterdingen wird der Stuttgarter Flughafen ausgebaut. Die SSB pachtet von der Stadt in Wangen ein Gelände als Gleislagerplatz, welches heute den Gleisbauhof beherbergt.


Arbeiten während des Krieges

1939

Am 22. April wird die Reichsgarten-schau eröffnet, dazu geht die Strecke Weißenhof - Reichsgartenschau in Betrieb. Zum ersten Mal fahren 24 Wagen in Stahlbauweise, die so-genannten "Gartenschauwagen" und ein Aussichtswagen, der "Gläserne Stuttgarter". Das Straßenbahner-Waldheim zieht vom Killesberg nach Degerloch um. Der Zweite Weltkrieg bricht aus. 1940 kommt es kriegsbedingt zu ersten Rohstoffrationierungen.


Ausnahmezustand im Krieg

1941

Für Straßenbahnwagen gelten Verdunkelungsvorschriften. Der Straßenbahnbetrieb und Omnibusverkehr ist stark eingeschränkt. Die Personallage verschärft sich, nachdem Mitarbeiter zum Kriegsdienst eingezogen werden. Daher werden Frauen als "Schaffnermaiden" dienstverpflichtet. Auch Rentner werden wieder eingestellt.

1942

Der Omnibusbetrieb ruht sonntags vollständig. Der Schiffsbetrieb der SSB zwischen Bad Cannstatt und dem Max-Eyth-See wird eingestellt.

1943

Es gilt ein neuer Straßenbahntarif. An Stelle des bisherigen Teilstreckentarifs tritt für Fahrscheine und Fahrscheinhefte ohne Rücksicht auf die Fahrtlänge ein Einheitstarif in Kraft: Erwachsene 20 Reichspfennige, Kinder 10, Fahrscheinheft mit 12 Fahrscheinen 2 Reichsmark. Eine Verordnung schreibt die unentgeltliche Beförderung von Kriegsbeschädigten vor. Wieder gibt es umfangreiche Linienänderungen. Wegen Wagenmangels in Essen und Mannheim verleiht die SSB 15 Trieb- und 5 Beiwagen.

1944

Eröffnung des Obus-Betriebs zwischen Obertürkheim und Oberesslingen mit zehn Bussen und vier Anhängern. Der Straßenbahnbetrieb wird dort stillgelegt. Neue Firmierung: Städtische Verkehrsbetriebe Esslingen. Schwere Fliegerangriffe verursachen erhebliche Schäden an Bahnanlagen, Fahrzeugen und Gebäuden. Die Gleisbauwerkstätte in Berg, die Hauptwerkstatt in Ostheim und die Wagenhalle Vogelsang werden völlig vernichtet, die meisten Depots beschädigt. Von 852 Fahrzeugen werden 553 zerstört.

1945

Fünf Millionen Kubikmeter Trümmer in Stuttgart. 58 Prozent des Gebäudebestands der Stadt sind Schutt und Asche. Das Verwaltungsgebäude in der Friedrichstraße ist völlig zerstört, die SSB zieht zurück zum Marienplatz. Am 22. April wird der Straßenbahnbetrieb vollständig eingestellt. Französische Truppen besetzen Stuttgart. Im Juli beginnt die amerikanische Militärregierung. Sämtliche Neckarbrücken sind durch Zerstörung unbenutzbar, Verbindungen zwischen Stuttgart und Cannstatt, Unter- und Obertürkheim sind unterbrochen. Errichtung von Behelfswerkstätten in der Filderbahnwerkstätte Möhringen, in den Wagenhallen Cannstatt, Zuffenhausen und Südheim. Die SSB baut zerstörte Wagen wieder auf. Aus Pforzheim und Würzburg kommen leihweise 22 Trieb- und 21 Beiwagen nach Stuttgart, um den größten Wagenmangel abzufangen.