Tickets kaufen
Geschichte Von 1946 bis 1990

1946

Die SSB konzentriert sich darauf, auf vielen Linien den Verkehr wieder aufzunehmen, so z.B. in Cannstatt (Linie 13), Liederhalle — Bopser (Linie 7), Nordbahnhofstraße (Linie 5), Kunstakademie — Kochenhof (Linie 10), die Linien 2 und 21. Über den Neckar wird eine Behelfsbrücke gebaut. Die SSB beschafft 15 Triebwagen (sogenannte Kriegsstraßenbahnwagen) vom Hersteller Fuchs in Heidelberg, zwei Jahre später folgen acht weitere Wagen.


Trümmerarbeiten

1947

Die SSB beteiligt sich an der "Gemeinnützigen Gesellschaft für Trümmerverwertung und Beseitigung in Stuttgart mbH" (TVB) und beschafft die Betriebsmittel, Gleis- und Fahrleitungsanlagen. Die SSB beteiligt sich an der "Hotelgesellschaft mbH Stuttgart" (Haus der Wirtschaft). Ein Rekordergebnis: 208 Millionen Fahrgäste werden befördert.


1949

Der 1944 zerstörte Zahnradbahnhof am Marienplatz ist wieder aufgebaut. Am 24. Oktober wird als letzte kriegsbedingt stillgelegte Straßenbahnstrecke die Linie 3 wieder in Betrieb genommen. Der Güterverkehr (Gemüsetransport) wird eingestellt. In Plattenhardt entsteht eine kleine Busabstellhalle für sechs Busse.

1950

Der VfB Stuttgart wird deutscher Fußballmeister und die Wilhelma zum Zoologischen Garten umgebaut. Die Deutsche Gartenschau beginnt am 3. Juni auf dem Killesberg-Gelände. Dafür errichtet die Stadt eine Sesselschwebebahn, die SSB stellt den Betriebsleiter.

Die SSB stellt auch den Postwagenverkehr ein.

Die erste Beiwagenserie in Stahlbauweise (R 1300) wird geliefert. Als erste Neubaustrecke in der Nachkriegsgeschichte der SSB wird am 13. Mai 1950 die Straßenbahnverbindung von Zuffenhausen nach Stammheim eröffnet.


Die Bahnen sind wieder voll

1955

Stuttgart hat 600.000 Einwohner, nach einer Stagnation steigen die Beförderungszahlen auf 193 Millionen. Am Hauptbahnhof geht der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Betrieb. Die SSB bestellt 50 Busse (O 320 H), die bis 1957 geliefert werden. In Heslach entsteht eine Freiluft-Abstellanlage.

1959

Der Königsbau ist wieder aufgebaut, das legendäre Kaufhaus Schocken wird allerdings abgerissen. Am 27. Mai geht das erste von vorerst 30 vierachsigen Fahrzeugen (GT 4) in Betrieb. Die ersten Gelenkbusse der SSB kommen auf der Linie S (Untertürkheim — Fellbach) zum Einsatz. Nach 30jähriger Pause gibt es wieder Reklame auf Bussen und Bahnen. Die Sichtkarte wird eingeführt.


1960 - 1961

Die SSB setzt 1960 auf der Linie 6 erstmals einen schaffnerlosen Beiwagen ein. 1961 wird auf den Fahrzeugen UKW-Funk eingesetzt. In Berlin wird die Mauer gebaut. Die SSB schickt zwei Busse nach Westberlin. Die ersten 72 Ausländer werden bei der SSB beschäftigt. Die Streifenkarte wird eingeführt.


1962

Es beginnen die Bauarbeiten für die erste Baustufe des U-Straßenbahnnetzes. Der erste Bauabschnitt umfasst die Strecke Holzstraße — Neckarstraße — Leonhardsplatz- Schillerstraße. Die legendäre Linie 3 zwischen Marienplatz und Schlossstraße wird aufgelassen. Studenten werden wegen Personalnot als Aushilfsschaffner eingestellt. 

1968

Die Studentenproteste erreichen ihren Höhepunkt. Die Straßenbahn macht erstmals mit Oldtimerfahrten auf ihre Historie aufmerksam. Die SSB feiert den 100. Geburtstag: 681 Straßenbahnen, 212 Busse und 2867 Beschäftigte sorgen dafür, dass 133 Millionen Fahrgäste befördert werden. Mit dem Kleinen Schlossplatz steht ein neues Verkehrsbauwerk zur Verfügung. Zehn Jahre lang fahren die Straßenbahnen hier unten durch.

1970

An der Heidenklinge in Heslach geht der letzte Neubau für ein Straßenbahndepot in Betrieb. Dafür wird der Betriebshof Südheim geschlossen. Bei allen Straßenbahnfahrern können nun Fahrscheine gekauft werden. Für das mit 38 Millionen DM bis dahin größte Bauobjekt der SSB, der Hauptwerkstatt, wird Richtfest gefeiert. Als neuer Geschäftszweig wird das Touristikunternehmen SSB-Reisen gegründet.


Der Busverkehr ist inzwischen stark gewachsen

1976

Der Gemeinderat beschließt das Stadtbahnkonzept, das die U-Bahn-Planung ablöst. Der Straßenbahn-schaffner hat ausgedient. Im April fährt der letzte Zug der Linie 10 zum Killesberg und am Hauptbahnhof fahren die Straßenbahnen unter-irdisch.Die SSB befördert mit 265 Bussen 31 Millionen Fahrgäste.

1979

Ein fünfjähriger Versuch mit Hybrid-Elektrobussen auf der Linie 70 Hoffeld – Plieningen startet. Der erste Sonntagsmaler-Wettbewerb mit dem Motto "Mensch und Schiene" hat großen Erfolg.

1981

In diesem Jahr wird die größte Bus-Ersatzbeschaffung der SSB mit 150 neuen Fahrzeugen innerhalb der letzten zwei Jahre beendet. Mit 351 Bussen ist der höchste Fahrzeugbestand seit Bestehens des Busbetriebs erreicht. Aus für den Güterverkehr auf der Filderbahn zwischen Möhringen und Vaihingen. Aufsichtsrat und Presse begutachten im Dezember den ersten Stuttgarter Stadtbahnwagen-Prototyp DT 8 bei MAN in Nürnberg.


Neue Zahnradbahn

Der erste Stadtbahn-Prototyp wird bei der Albtalbahn getestet, da in Stuttgart noch keine Strecke fertig ist. Neben den Strecken muss auch die Hauptwerkstatt umgebaut werden. Der erste neue Zahnradbahn-Triebwagen ZT 4 wird beim "Zackefest" vorgestellt. END-Wagen landen bei der Rittnerbahn, Südtirol. Am 19. Dezember trifft endlich der erste Stadtbahnwagen 3003 / 3004 in Möhringen ein.


Gleisbauarbeiten für die neue Stadtbahn

1985

Erstmals steigen die Fahrgastzahlen seit langem um sechs Prozent auf 135 Millionen. Der erste serienmäßige Stadtbahnwagen DT 8 wird der SSB übergeben. Am 28. September startet der Stadtbahnbetrieb auf der Linie U3. Der Ausverkauf der GT 4 beginnt: die ersten Straßenbahnwagen gehen nach Freiburg und Ulm. In Sindelfingen schließt die Bushalle.

1987

Rührige Straßenbahner und Straßenbahn-Fans gründen den Verein "Stuttgarter Historische Strassenbahnen" (SHB). Es beginnt der Bau des Stadtbahnbetriebshofs Möhringen, beim Omnibusbetriebshof Gaisburg wird Richtfest gefeiert. Die obere Straßenbahnhalle Ostheim wird zum Tanztheater umgebaut. Außerdem verblüfft die SSB ihr Fahrgäste mit Versen in der Stadtbahn, die Aktion "Lyrik unterwegs" wird geboren. Mit der Eröffnung des Weinsteigtunnels endet nach 83 Jahren der Straßenbahnverkehr auf der Neuen Weinsteige.


Busse für Berlin

1989

Die Berliner Mauer ist gefallen: Zwei SSB-Busse und vier Fahrern unterstützen vier Wochen lang die Berliner Verkehrsgesellschaft. In Gerlingen öffnet das Straßenbahn- Museum seine Pforten. Im Juni macht der Stadtbahn-Betriebshof Möhringen auf. 


Das neue Herzstück der SSB - die Leitstelle

1990

Nochmals sind zwei SSB-Busse mit vier Fahrern vier Wochen lang in Berlin. In der Gerberstraße wird die neue Betriebsleitstelle eröffnet. Im November folgt die Eröffnung der Talquerlinien U5 und U6 – das Aus für den Betriebshof Degerloch.