Fahrplanwechsel – keine leichte Aufgabe

Es ist wieder soweit! Wie jedes Jahr heißt es auch im Jahr 2020 am traditionell zweiten Sonntag des Monats Dezember: Fahrplanwechsel bei der SSB. Was für den Fahrgast letztlich "nur" ein Plan mit diversen Abfahrtszeiten darstellt, bedeutet für die drei Kollegen des Angebotsplanungs-Teams, dass ihre vielen Überlegungen nun endlich sichtbar werden.

Zuvor wurde der vorherige Fahrplan aller 49 Bus- und 17 Stadtbahnlinien (sowie Zacke und Seilbahn) ausgewertet. Kundenwünsche wurden gesichtet und auf Machbarkeit geprüft. Eigene Überlegungen aber auch Ideen und Anforderungen aus der Politik wurden berücksichtigt. Nach einer ausführlichen Analyse und wirtschaftlichen Prüfung wurden mögliche Fahrplanänderungen in diversen städtischen Gremien und im Aufsichtsrat vorgestellt. Denn letztlich wird erst hier entschieden, ob eine Änderung tatsächlich umgesetzt wird. Danach kann das hochkomplexe und eng verzahnte System angepasst werden. Jede kleine Änderung im Fahrplan löst an anderer Stelle etwas aus. Passen die Umsteigezeiten noch? Wie sieht es mit der S-Bahn der Deutschen Bahn aus? VVS-Kunden nutzen schließlich für ihre Reisekette verschiedene Verkehrsmittel. Auch hier müssen die Fahrpläne aufeinander abgestimmt werden.

Drei simple Fragen, jede Menge Folgen

Grundsätzlich stellen sich unsere Mitarbeiter der Angebotsplanung folgende Fragen:

  • Von wo nach wo fährt der Bus/die Stadtbahn?
  • Wie oft bzw. in welchem Takt fährt der Bus/die Stadtbahn?
  • Welche Kapazität wird angeboten (Solo- oder Gelenkbus, zwei miteinander gekoppelte Stadtbahnen oder nicht)?

Was aber viele nicht wissen: die Kollegen der Angebotsplanung haben diese Fragen bereits vor langer Zeit beantwortet und ihre Arbeiten an dem neuen SSB-Fahrplan bereits im Sommer beendet. Warum gibt es also keinen Fahrplanwechsel im Spätsommer?

Für viele Abteilungen kann nämlich erst jetzt der Job beginnen. Es müssen Dienstpläne erstellt werden. Schließlich müssen 1375 Fahrer*innen wissen, wo und wann zukünftig gefahren werden muss. Aber auch unsere Fahrgäste wollen informiert werden, wenn sich auf ihren Verbindungen etwas ändert. Mit Hilfe der vielen verschiedenen Kommunikationskanäle und der Presse werden daher einige Wochen vor dem Stichtag über die kommenden Änderungen berichtet. Beim VVS wird die elektronische Fahrplanauskunft mit den neuen Daten gefüttert. Auch das benötigt Zeit.

Und, na klar: der eigentliche Fahrplan an den Haltestellen will getauscht werden. Das ist die letzte Mammutaufgabe, welche für die fleißigen Mitarbeiter der Haltestellenmeisterei mehrere Tage in Anspruch nimmt und daher bereits vor dem eigentlichen Fahrplanwechsel beginnt. Rund 2000 Pläne werden ausgedruckt und jede der 722 Haltestellen im SSB-Netz wird angefahren.

Nach der Meisterleistung ist vor der Meisterleistung

Das Team der Angebotsplanung beschäftigt sich derweil bereits mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021. Die größte Herausforderung für das kommende Jahr wird die Verlängerung der U6 zum Flughafen und der Messe sein. Die Maßnahme, welche aktuell noch in Bau ist, soll planmäßig Ende 2021 in Betrieb gehen. Unklar ist, was die Corona-Pandemie für Auswirkungen mit sich bringt. Unser attraktives Angebot soll auf jeden Fall beibehalten und immer weiter verbessert werden. Eines ist aber gewiss. Wie jedes Jahr heißt es auch im Jahr 2021 am traditionell zweiten Sonntag des Monats Dezember: Fahrplanwechsel bei der SSB.