Wichtige SSB-Meilensteine im Jahr 1990

Heute vor 30 Jahren war ein großer Tag für die SSB: Denn am 3. November 1990 gingen die neuen Stadtbahnlinien U5 und U6 an den Start. Im Zuge dessen wurden außerdem die neue Betriebsleitstelle eröffnet sowie der Stadtbahnbetriebshof in Möhringen in Betrieb genommen. Daher unternehmen wir mit Ihnen eine kleine Zeitreise zu diesem dreifach runden Geburtstag.    

Start für U5 und U6

Es ist der 3. November 1990 und tausende Stuttgarterinnen und Stuttgarter erwarten gespannt die ersten Züge der neuen Stadtbahnlinien U5 und U6, die heute in Betrieb genommen werden. Zur Feier des Tages starten die ersten drei Stadtbahnzüge, begleitet durch den Jubel der Bevölkerung, an den Stationen Freiberg, Feuerbach und Leinfelden und fahren sternförmig auf das gemeinsame Ziel zu: das SSB-Zentrum in Möhringen. Auch an der Haltestelle Wilhelm-Geiger-Platz in Feuerbach herrscht Hochbetrieb. Für die Feuerbacher*innen ist die Einweihung nämlich etwas ganz Besonderes. Denn hier wird nicht nur eine neue Linie begrüßt, sondern sich auch von einer langjährigen Baustelle verabschiedet, bei der seit 1979 ganze 5,8 km neue Gleisstrecke verlegt wurde. Für Feuerbach hat sich das elfjährige Bauvorhaben jedoch gelohnt: Dank der neuen Strecke gelangt man nun in nur 15 Minuten vom Wilhelm-Geiger-Platz ins Stuttgarter Zentrum. Mit den beiden neuen Linien und den bereits in Betrieb befindlichen Stadtbahnlinien U1, U3, U9, U14 sowie der Zahnradbahn sind nunmehr über zwei Drittel des geplanten Stuttgarter Stadtbahn-Grundnetzes vollendet.

Die neue Betriebsleitstelle der SSB

Vier Wochen bevor die neuen Stadtbahnlinien zu ihrer ersten Fahrt aufbrechen, schafft die SSB eine wichtige Voraussetzung für die Inbetriebnahme von U5 und U6: Die Eröffnung der neuen Betriebsleitstelle am 4. Oktober 1990. Das neu errichtete Gebäude in der Stadtmitte, unmittelbar neben der U-Haltestelle Österreichischer Platz, beherbergt das Herzstück der Betriebssteuerung von SSB-Schienen und Busverkehr. Alternative Standortüberlegungen, so unter anderem im Bereich Hauptbahnhof/Lautenschlagerstraße, am Marienplatz, in Möhringen oder beim SSB-Zentrum, wurden zugunsten dieser zentralen Lage wieder verworfen.

Nach Baubeginn im September 1987 waren Gebäude und Haustechnik im Juni 1989 fertiggestellt worden. Ein weiteres Jahr brauchte die SSB, um die betriebstechnischen Einrichtungen abzuschließen. Durch die hier verwendete moderne Technik zur Steuerung und Sicherung des Fahrbetriebs, ist durch die Eröffnung der neuen Betriebsstelle nun ein weiterer Schritt zu einem noch zuverlässigeren und attraktiveren ÖPNV in der Landeshauptstadt getan. 

Stadtbahnbetriebshof Möhringen geht in Betrieb

Die dritte bedeutende Neueröffnung im Jahr 1990 ist die des Stadtbahnbetriebshofs Möhringen, welcher - nach dem Stadtbahnbetriebshof Heslach - der zweite seiner Art ist. Die Errichtung des bis zu diesem Zeitpunkt größten Hochbauprojekts der SSB hatte insgesamt drei Jahre gedauert. Mit seiner Fertigstellung ist der Betriebshof allerdings ein wichtiger Bestandteil des ÖPNV: Denn ab sofort ist er die zentrale Anlage für den Einsatz, die Wartung und den Unterhalt für mehr als die Hälfte des Stadtbahnwagen-Bestands. Dazu dient eine große Wasch- und Wartungshalle im Innern der Anlage, in dem 40 Stadtbahnwagen gepflegt werden können. Diese Halle ist mit Arbeitsständen, Hebebühnen, Montagegruben und einer automatischen Waschanlage ausgerüstet, in einer separaten Wagenhalle werden die 40 Stadtbahnwagen abgestellt. Außerdem dient das östlich des SSB-Zentrums gelegene Bauwerk künftig als „Heimatbahnhof“ für die Stadtbahnwagen der Linien U3, U5 und U6 und ist somit auch eine wichtige Voraussetzung für die Inbetriebnahme der beiden Talquerlinien im Herbst 1990.

Von außen legte die SSB besonderen Wert darauf, die Anlage schonend ins Landschaftsbild einzufügen. Dafür wurden unter anderem die Dächer begrünt und durch ihre tiefe Lage ragen die Bauwerke nur wenige Meter über das ehemalige Gelände hinaus. Da das von Ackerbau und Streuobstwiesen geprägte Gelände zahlreichen Vogelarten als Heimat dient, hat die SSB neben dem Betriebshofgelände ein weiteres hektargroßes Gelände erworben. Hier wurde eine Spezialfirma eingesetzt, um ein zusammenhängendes Gebiet von Streuobstwiesen und damit Nistplätzen für die Vögel zu erhalten.