Mein Auslandssemester an der University of Riverside in Kalifornien

Ein Bericht von Sonja Mühleisen, Duale Studentin (B.A. Dienstleistungsmanagement)

Für drei Monate bekam ich die Chance unter der Sonne Kaliforniens zu studieren und zu leben.

Der Start eines neuen Quarters an der University of Riverside ist wie in den typisch amerikanischen Filmen: Jeder muss Kurse wählen und so seinen Stundenplan zusammenstellen. Läuft man über den Campus, präsentieren sich unzählige Studentenverbindungen und auch die Baseballmannschaften sind nicht zu übersehen. Der Campus an sich ähnelt eher einer Kleinstadt mit rund 20.000 Einwohnern, der es weder an Essensgelegenheiten noch an Sportmöglichkeiten oder Büchereien mangelt. Natürlich ist auch immer was los, wenn so viele junge Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt aufeinandertreffen. Angefangen beim gemeinsamen Kochen oder Grillen bis zum Holy Color Festival auf dem Baseballplatz ist alles möglich. Hat man gerade keine Vorlesung wird am Pool im top modernen Sportzentrum entspannt oder man probiert sich beim Zumba, Tennis, Squash usw.

Am Wochenende gibt es ebenfalls unzählige Ausflugsziele, so dass für jeden etwas dabei ist. Ein Muss ist dabei ein Trip nach Los Angeles, um Hollywood, Venice Beach oder dem Santa Monica Pier einen Besuch abzustatten. Auch sehr empfehlenswert, um einen schönen Ausblick über die Stadt und das Hollywoodzeichen zu haben, ist das Griffith Observatory. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte sich San Francisco und San Diego nicht entgehen lassen. Eine Fahrt mit den historischen Cable Car, shoppen in den riesigen Malls oder über die Golden Gate Bridge spazieren – San Francisco ist einer der vielseitigsten Städte!

Kalifornien ist jedoch nicht nur berühmt für Hollywood oder seine Strände. Eine der besten Ausflugsziele sind die Nationalparks: Yosemite, Sequoia, Grand Canyon, Brice Canyon oder Joshua Tree Park.  Eine weniger touristische Option ist der Channel Island Nationalpark, welcher mit einem Boot erreicht werden kann. Wir waren dort eine Nacht campen und konnten tagsüber schnorcheln, was allerdings trotz Neoprenanzug sehr kalt war. Die Inseln sind auch für den Sonnenuntergang oder andere kleinere Wanderungen der perfekte Ausgangspunkt.

Im Gegensatz zu den recht kleinen Inseln sind die anderen National Parks unvorstellbar groß und die Natur und Aussichten ebenfalls wunderschön. Während in dem einen (Joshua Tree Park) wüstenähnliche Landschaft mit Kakteen bewundert werden kann, findet man in Sequoia Bäume die jeden deutschen Baum winzig erscheinen lassen. Auch liegt dieser National Park so hoch, dass bis in den Mai noch Schnee vorkommen kann – was in normalen kalifornischen Städten sonst ein Fremdwort ist. Fast genauso unwahrscheinlich wie Schnee ist  Regen, weshalb es offensichtlich eine Herausforderung für viele Einwohner darstellt bei Regen Autozufahren. Uns wurde mehrmals davon abgeraten den High- oder Freeway an einem Regentag zu benutzen – in Deutschland unvorstellbar.

Da die Woche leider nicht nur aus dem Wochenende besteht und die Zeit wie immer schnell vergeht, mussten nach geschafften Midterms auch schon bald die Finals geschrieben werden. Oftmals ist dies eine Multiple-Choice Prüfung, was sich leider einfacher anhört als es ist. Hinzukommt in vielen Kursen eine Abschlussarbeit mit Abschlusspräsentation, zu welcher in Businesskleidung erschienen werden muss. Alles in Allem ist man an der University of California im Vergleich zu DHBW viel freier in seiner Zeitgestaltung, jedoch muss regelmäßig etwas für die Kurse gemacht werden, damit bis zum Ende auch alles geschafft ist.