Wir sind für euch da

Helfen ist unser Alltag – Respekt gehört dazu!

Ein respektvoller Umgang miteinander scheint so schwierig geworden zu sein. Viele nehmen in unserer Gesellschaft einen rauer gewordenen Umgangston wahr. Unsere Helferinnen und Helfer und ihre Kolleginnen und Kollegen erleben in ihrem Alltag ganz Unterschiedliches. Allen gemeinsam ist, dass sie respektlose Umgangsformen in ihrer täglichen Arbeit unmittelbar spüren, manchmal sogar am eigenen Leib. Und trotzdem machen alle ihre Arbeit gerne. Dabei hilft es ungemein, wenn sie bei ihrem Einsatz für andere auch positive Erlebnisse haben. Ein Dankeschön, ein freundliches Wort, ein Lächeln – das alles kann Wunder bewirken. Da sind sich alle einig. Vielleicht denkt ihr ja daran, wenn ihr ihnen das nächste Mal im Einsatz begegnet.

  • Polizist Toby: Respekt ist keine Einbahnstraße

    Ich bin der Toby, inzwischen seit acht Jahren bei der Polizei. Fünf Jahre davon beim Polizeipräsidium Stuttgart. Den Großteil meines bisherigen Berufslebens habe ich im Streifendienst verbracht und viel Positives, leider aber auch einige nicht so tolle Dinge erlebt.

    Ich erinnere mich noch genau an eine Situation. Ich saß mit meinem Kollegen im Streifenwagen. Über Funk kam die Durchsage, dass ein Mann von mehreren Jugendlichen ausgeraubt worden sei und diese mit seinem Geldbeutel und seinem Smartphone geflüchtet sind. Mit Blaulicht und Sirene sind wir sofort los und fahndeten nach den Tätern. Kurz nach dem Funkspruch sind wir auf eine Gruppe Teenager gestoßen, die als potentielle Täter in Betracht kamen. Daher hielten wir sie an und kontrollierten sie. Einer der Jugendlichen wollte sich aber partout nicht kontrollieren lassen. Er schrie herum und versuchte auch, seine Freunde gegen uns aufzuhetzen. Diesen gelang es jedoch, ihn zu überzeugen, uns seinen Ausweis auszuhändigen, da wir auch nur unsere Arbeit machen würden. Letztlich stellte sich heraus, dass die Jungs nichts mit dem Raub zu tun hatten und wir konnten die Kontrolle rasch beenden und weiterfahnden. Ohne die Hilfe der Jugendlichen, ihren Freund umzustimmen, hätte sich die Situation unnötig verzögert und wir hätten nicht so schnell weiterfahnden können. Mein voller Respekt an die Kumpels des Unruhestifters.

    Doch leider geht es eben auch anders. Vor ein paar Jahren sind mein Streifenpartner und ich zu einer Schlägerei gerufen worden. Als wir den Täter festnehmen wollten, wehrte sich dieser massiv, woraufhin es zur körperlichen Auseinandersetzung zwischen uns kam. Zeitgleich versammelten sich viele Schaulustige um uns herum und solidarisierten sich mit dem Mann. Dadurch wurde es immer schwieriger den Mann unter Kontrolle zu bringen und zusätzlich die Situation mit den Schaulustigen zu deeskalieren. Unseren Anweisungen, die Örtlichkeit zu verlassen, wurde natürlich keine Folge geleistet. Stattdessen wurden wir unter anderem mit den Worten „Polizeigewalt“ und „Scheiß Bullen“ beschimpft. Außerdem waren zahlreiche Handykameras auf uns gerichtet.  Schlussendlich mussten weitere Streifen angefordert werden, um die Situation unter Kontrolle zu bringen und den Täter festzunehmen. Nach erheblicher Verzögerung aufgrund der fehlplatzierten Solidarität mit dem Täter konnten wir uns um den eigentlichen Grund der Maßnahme kümmern: Eine verletzte Frau, die von ihrem zuvor festgenommenen Freund schwer misshandelt wurde und dringend Hilfe brauchte.

    Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass man als Passantin oder Passant neugierig ist, wenn man beim Spaziergang oder auch während der Autofahrt Blaulicht und Einsatzkräfte sieht. Manchmal zählt bei unseren Einsätzen aber jede Sekunde. Deshalb würde ich mir wünschen, dass man auf uns hört und uns nicht bei unseren Maßnahmen stört. So interessant eine solche Situation auch sein kann. Ist es einem deswegen wert, Menschenleben zu gefährden?

    Gerade mit Blick auf die Stuttgarter Krawallnacht kommt es leider immer wieder vor, dass Polizistinnen und Polizisten verbal oder sogar körperlich angegriffen werden. Obwohl wir nur unsere Arbeit machen und für Recht und Ordnung sorgen, werden wir in solchen Situationen nicht als Helferinnen und Helfer, sondern als Gegnerinnen und Gegner wahrgenommen. Viele wollen nicht erkennen, dass hinter jeder Uniform einfach „nur“ ein Mensch wie jeder andere steckt.

    Für mich war und ist jedenfalls eines völlig klar. Egal ob ich es im Einsatz mit einem Jugendlichen oder einem Rentner, einem Mann oder einer Frau zu tun habe:

    Ich gehe mit allen respektvoll um und das erwarte ich auch von meinem Gegenüber. Denn Respekt ist keine Einbahnstraße.

    Toby (Polizeipräsidium Stuttgart)

  • Persönliche Erlebnisse eines Feuerwehrmanns

    In Stuttgart sind körperliche Angriffe auf Einsatzkräfte der Feuerwehr glücklicherweise nicht an der Tagesordnung. Dennoch kommen diese Angriffe immer wieder vor und lassen uns ratlos zurück. Warum greift man eine Helferin oder einen Helfer in der Not an?

    Was leider immer häufiger vorkommt sind Pöbeleien und Respektlosigkeiten gegen uns. Autofahrerinnen und Autofahrer schnauzen uns an, warum wir mit unseren Fahrzeugen den Weg versperren und an der Einsatzstellen wird sich lautstark über unser störendes Blaulicht oder laute Motorengeräusche beschwert. Es führt auch immer wieder zu Konflikten, wenn wir Menschen bitten etwas mehr Abstand zu halten, damit diese sich nicht selbst gefährden und wir unserer Arbeit nachgehen können.

    Es gibt aber zum Glück auch die vielen schönen Begegnungen im Einsatzalltag: Eine Kanne heißen Kaffee bei einem nächtlichen Großbrand, einen Brief nach einem erfolgreichen Einsatz, oder ein "Vielen Dank für euren Einsatz". Dies motiviert uns immer wieder aufs Neue und zeigt, dass die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger großes Vertrauen in ihre Feuerwehr Stuttgart hat.

    Marcel (Berufsfeuerwehr Stuttgart)

  • Mit den Ticketkontrolleuren an der Haltestelle

    Beleidigungen, Bedrohungen und Gewalt prägen leider unseren Alltag. Wenn Fahrgäste bei der Kontrolle kein Ticket haben, kann es schnell brenzlig werden.

    Unsere Erfahrungen sind nicht immer positiv. Da freut es uns umso mehr, dass viele Fahrgäste sich freuen, uns zu sehen. Weil sie lange nicht kontrolliert wurden, weil sie gerade eine Auskunft oder Hilfe brauchen.

    Anfang des Jahres stieg eine Mama mit drei Kindern und Kinderwagen an der Haltestelle Möhringen Bahnhof in die Bahn. Im Trubel blieb eines der Kinder an der Halltestelle stehen... Da wir es vor Abfahrt der Bahn nicht schafften zum Fahrer nach vorn zu rennen, signalisierten wir der Mutter, dass wir mit dem Kleinen an der Halltestelle warten.

    Alles in allem machen wir unseren Job gerne, nur wird er von Jahr zu Jahr zunehmend gefährlicher, die Menschen respektloser und gewaltbereiter.

  • Städtischer Vollzugsdienst: Wir achten auf die Regeln des Zusammenlebens

    Wir setzen uns für die Sicherheit der Menschen in Stuttgart ein und leisten Hilfe. Wir sind verantwortlich für den öffentlichen Raum und für die Einhaltung einer Vielzahl von Regelungen. Die Aufrechterhaltung der Sicherheit können wir allein nicht stemmen und arbeiten deshalb sehr eng mit der Landespolizei zusammen. Sehr viele Kontakte mit Bürgerinnen und Bürgern prägen den Alltag beim Städtischen Vollzugsdienst. Neben den Streifen in den Fußgängerzonen, Grünanlagen oder Naherholungsgebieten kontrollieren wir auch Durchfahrtsverbote, das unachtsame Wegwerfen von Abfall, in Pandemiezeiten die geltenden Coronaregeln und vieles mehr.

    Leider treffen wir vereinzelt auf verständnislose Menschen. Manche erwarten von uns, dass wir wegsehen oder fühlen sich durch unser Einschreiten eingeschränkt. Dabei greifen wir immer nur dann ein, wenn sich jemand nicht an die Regeln des Zusammenlebens hält. Wer gegen Regelungen verstößt, die dem Schutz Dritter oder der Natur dienen, muss auch mit den Konsequenzen leben. Unsere Arbeit macht Spaß und wir bekommen zahlreiche positive Rückmeldungen. Leider können wir es dabei nicht jedem recht machen. Wir erwarten jedoch, dass uns gegenüber genauso respektvoll aufgetreten wird, wie wir auf die Bürgerinnen und Bürger zugehen. Wenn beispielsweise unser Tiernotdienst im Einsatz ist, sind die Halter sehr dankbar für unsere Arbeit.

  • Verkehrsüberwachung Stuttgart – für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer

    Jeden Tag ereignen sich in Baden-Württemberg 4,8 Unfälle, deren Ursache im ruhenden Verkehr liegt, das heißt auf Parkverstöße zurückzuführen sind. Davon betroffen sind oftmals auch Kinder, Radfahrer oder Fußgänger. Neben der Einhaltung der geltenden Spielregeln beim Parken steht die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer im Mittelpunkt unserer Arbeit. In unserem Arbeitsalltag erleben wir dabei beinahe alles – Dankbarkeit ist aber leider selten.

    Wir erledigen unsere Arbeit zu Fuß, mit Diensträdern oder mit Dienstfahrzeugen. In unserem Job überwachen wir das Parkraummanagement, die vorhandenen Halt- und Parkverbote, Rettungszufahrten, Geh- und Radwege. Dabei ahnden wir Parkverstöße meist mit Geldbußen, um die daraus resultierenden Behinderungen und Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer in Zukunft zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Standortveränderungen, also das Abschleppen von Falschparkern, sind dabei ein elementarer Teil unserer Arbeit. Das kann teuer werden. Und wenn es ans Geld geht, vergessen viele Menschen leider ihren Anstand. Beleidigungen und Bedrohungen kommen immer wieder vor. In solchen Fällen schalten wir auch die Polizei ein und erstatten Strafanzeige. Neben der Geldbuße für den Parkverstoß und den Abschleppgebühren kommt dann auch noch ein Strafverfahren auf die Verursacher zu. Das muss nicht sein. Wir wünschen uns von den Menschen mehr Verständnis und Respekt vor unserer Arbeit und für unseren Beitrag zur Verkehrssicherheit.

  • Beim Rettungsdienst: Jeder Einsatz ist anders

    Es sind die alltäglichen Situationen, die einen zum Nachdenken oder manchmal auch zum Schmunzeln bringen. Wenn man sieht wie sehr sich langjährige Paare umeinander sorgen und kümmern. Wenn es trotz der Anonymität der Großstadt immer wieder Nachbarinnen und Nachbarn gibt die sich aufopfernd um andere kümmern.

    Aber auch die lustigen und berührenden Situationen die man bei jedem Dienst in der Stadt erleben kann. Wenn man in der Stadt von Menschen aus der Partyszene Worte der Dankbarkeit zu hören bekommt. Wenn sich Patientinnen und Patienten bedanken, denen man das Leben gerettet hat.