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Hundert Jahre Linienbusse in Stuttgart – unterwegs in die Zukunft

Stuttgarter Straßenbahnen AG begeht Jubiläum ihrer Bussparte (1926 – 2026) 

Die gelben Stadtbahnzüge der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) kennt in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs jedes Kind. Doch auch die kommunalen Linienbusse in der schwäbischen Metropole und ihrem direkten Umland gehören nun schon seit einem Jahrhundert zum Stadtbild. Seinerzeit, zum Beginn dieser Ära des öffentlichen Linienverkehrs auf Gummireifen, engagierten sich gleich zwei kommunale Gesellschaften, nämlich die ‚Stuttgarter Kraftwagenlinien-Gesellschaft‘ (für den Stadtbereich) sowie der ‚Autoverkehrsverband Stuttgart, (für die Überlandlinien).

Von Anfang an trat die SSB als Betriebsführerin auf und übernahm ab 1934 die gesamte Verantwortung. 1952 wechselte die bis dahin gebräuchliche „interkommunale“ grüne Lackierung der Fahrzeuge auf das gewohnte „Stuttgarter Gelb“, die Wappenfarbe der Stadt. In den 1950er Jahren expandierte der Busverkehr der SSB massiv, um die vielen neuen Stadtteile zu erschließen. Heute umfasst der Busverkehr der SSB rund 700 Linienkilometer mit über 600 Haltestellen, ein Teil davon liegt auch in den umliegenden Landkreisen. Rund 280 Busse erbringen etwa 15 Millionen Linienkilometer pro Jahr. Rund zwölf Kilometer Sonderfahrstreifen sowie Dutzende von Vorrangschaltungen erleichtern den Bussen im dichten Stadtverkehr ihr Weiterkommen. 

Traditionell beteiligt sich die SSB seit vielen Jahrzehnten an Innovationen im Busbereich. Bei lärmarmen Fahrzeugen, maximal möglicher Abgasfilterung oder „sauberen“ Kraftstoffe gehörte die SSB zu den Vorreitern, ebenso beim Einsatz von Niederflurbussen, beim elektrischen Antrieb oder Wasserstoffbetrieb. Aktuelles Ziel der SSB ist es, dass ihr regulärer Buslinienverkehr im Stuttgarter Talkessel bis Ende 2027 vollständig emissionsfrei erfolgen wird. Der Anteil elektrischer Busse im SSB-Bestand wird daher ständig aufgestockt. Der Bau von Zwischenladestationen im Stadtgebiet ist beschlossen. Bis 2035 soll grundsätzlich der gesamte reguläre SSB-Busverkehr mit elektrischem Antrieb erfolgen. 

Das runde Jubiläum ihrer Bussparte würdigte die SSB am Wochenende 18. und 19. Juli mit einem umfassenden Festprogramm. Der moderne Busverkehr und zahlreiche Sonderfahrzeuge aus dem internen Fuhrpark der SSB stellten sich ebenso vor wie die Rolle des SSB-Busverkehrs als wichtiger und attraktiver Arbeitgeber: Rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten die „gelben Linien“ auf dem Straßennetz am Laufen. Über zehn Prozent davon kümmern sich in den zwei Buswerkstätten um die Wartung der Fahrzeuge. 

Das Engagement der SSB zur Stadtgeschichte und Arbeitgeberkultur äußert sich auch in einem kleinen, aber feinen Bestand historischer Omnibusse, die bei Festwochenende auf Tour gingen. Dem rührigen Verein Stuttgarter Historische Straßenbahnen (SHB) war es zudem gelungen, wertvolle Gastfahrzeuge sogar aus den 1920er und 1930er Jahren nach Stuttgart zu holen. Ein origineller Korso aus über einem Dutzend Busveteranen rundete die einmalige Veranstaltung stilvoll ab. Über 6000 Gäste nutzten das Festwochenende, um die große Bus-Schau und das Straßenbahnmuseum zu besuchen. 

Verkehrsministerin Nicole Razavi MdL sagte: „Ich gratuliere den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) zu 100 Jahren Linienbus in Stuttgart und möchte zugleich Dank sagen. Denn was wäre der Öffentliche Personennahverkehr in Baden-Württemberg ohne Busse. Nahverkehrsbetriebe wie die SSB bestimmen mit dem Ausbau und der Modernisierung des öffentlichen Verkehrs die Funktionsfähigkeit und die Qualität eines Wirtschaftsstandorts mit. Deshalb machen wir uns stark für einen guten ÖPNV, für den Ausbau und eine hohe Qualität des Angebots. Der ÖPNV muss technologieoffen gestaltet und auskömmlich finanziert sein – ein wichtiger Auftrag für die kommenden Jahre.“

Thomas Moser, Vorstandssprecher und Technischer Vorstand der SSB, skizziert die aktuelle Aufgabenstellung so: „Für die SSB ist die Umstellung auf lokal emissionsfreie Busse der größte Transformationsprozess in hundert Jahren Linienbusverkehr in Stuttgart“. Mosers Fazit: „Was wir damit gemeinsam an Vorteilen und günstiger Ausstrahlung für einen zukunftsfähigen, nachhaltigen ÖPNV bezwecken können, hat Signalwirkung.“

Mathias Hüske, Kaufmännischer Vorstand der SSB, resümiert: „Unser Busbetrieb ist hundert Jahre jung, aber technisch beim Antrieb ganz vorne: mit Batterie, Wasserstoff und Hybrid. Das macht es für uns anspruchsvoller. Aber das tun wir gerne: für unsere Fahrgäste – und für die lebenswerte Stadt.“   

Annette Schwarz, Arbeitsvorständin der SSB, würdigt das Jubiläum: „Hundert Jahre Bus wären ohne die Menschen dahinter nicht möglich gewesen. Mein herzlicher Dank gilt allen Mitarbeitenden, die diese Geschichte täglich mitgestalten.“

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Bildzeile: 
Die Stuttgarter Topografie mit ihren enormen Höhenunterschieden bildet für den Einsatz von Batteriebussen eine besondere Herausforderung. Dennoch baut die SSB ihren Bestand dieser Fahrzeuge beständig aus. 

Foto: Knupfer/SSB