Da fehlt's doch an Respekt!

Respektloses Verhalten gegenüber Helferinnen und Helfern zeigt sich in ganz unterschiedlichen Ausprägungen. Auf dieser Seite zeigen wir Euch eine Auswahl dessen, was sie während ihrer Arbeit erlebt haben. Alle Informationen stammen aus einer Befragung für eine Bachelorarbeit der Hochschule für Polizei aus dem Jahr 2021. Teilgenommen haben 49 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, 176 Mitarbeitende der SSB, 56 Mitarbeitende der Rettungsdienste aus dem Rems-Murr-Kreis, 63 aus dem Zollernalbkreis und 188 aus Stuttgart.

Zahlen gefällig?

Hier seht ihr, was die oben genannten Helferinnen und Helfer während ihrer Arbeit konkret bereits erlebt haben. Das respektlose Verhalten ihnen gegenüber geht von verbalen Attacken bis hin zu gefährlichen tätlichen Angriffen. Die Prozentzahlen beziehen sich auf die 532 Teilnehmenden der oben genannten Bachelorarbeit (SOS-KKP 2021). Die zugehörigen Zahlen stehen auf der Rückseite der Flipcards.

 

Einfach Flipcard anklicken und umdrehen.

Oft bleibt es verbal,

92%

beleidigen

86%

anschreien

85%

anpöbeln

es wird aber auch tätlich

13%

schlagen

12%

treten

9%

anrempeln

und tätlich in anderer Form

39%

anspucken

3%

würgen

0,4%

beißen

und (selten) sogar gefährlich tätlich.

24%

beschädigen von Einsatzmitteln

9%

Angriff mit gefährlichem Gegenstand

 

Einfach repektlos finde ich...

Hier sagen die Helferinnen und Helfer selbst, was sie als respektloses Verhalten ansehen. Bitte behaltet das im Hinterkopf und macht es besser, wenn ihr das nächste Mal im Einsatz auf sie trefft.

Polizei
Als respektloses Verhalten sehe ich es an, wenn Weisungen missachtet werden und meine Kolleginnen und Kollegen sowie ich provoziert oder einfach geduzt werden. Genauso unangenehm ist es, wenn Menschen uns gegenüber nicht kooperativ sind oder uns sogar beleidigen und körperlich angreifen.

Rettungsdienst I
Ich finde es schwierig, wenn Personen uns gegenüber gleichgültig oder undankbar sind. Schwer sind Feindseligkeiten und Aggressivität, auch körperliche oder tätliche körperliche Übergriffe. Gaffer, die in Notfallsituationen ihr Handy zücken, um zu filmen und fotografieren, behindern uns bei der Arbeit und machen uns das Leben besonders schwer.

Rettungsdienst II
In unserem Alltag haben wir es zum Beispiel damit zu tun, dass sich Personen über allgemeine Verhaltensregeln hinwegsetzen. Sie zeigen sich dann auch uneinsichtig und rücksichtslos. Die Provokationen, denen wir ausgesetzt sind, sind für uns ein Zeichen, dass wir als Person ebenso geringgeschätzt werden wie unser Beruf. Besonders schwierig wird es, wenn wir es mit Personen zu tun haben, die keine Kontrolle über sich selbst haben und kein Verständnis für unsere Arbeit aufbringen. Über unverschämte Kommentare kommt es dann auch zu Gewalt gegen uns Rettungskräfte. Respektlos gegenüber anderen, die dringend Hilfe benötigen, ist es auch, den Rettungsdienst anzufordern, obwohl keiner nötig ist.

Rettungsdienst III
In unserer täglichen Arbeit hören wir abschätzige Bemerkungen. Es kommt vor, dass wir bedrängt und belästigt werden. Gaffen, filmen und fotografieren gehört für viele in der Zwischenzeit scheinbar dazu, wenn sie irgendwo Blaulicht sehen. Damit behindern sie uns Rettungskräfte bei der Arbeit. Und es ist gegenüber einer verletzten oder kranken Person nicht nur respektlos, sondern kann auch lebensgefährdend sein. Zweifel an unserer medizinischen und fachlichen Kompetenz sind nicht hilfreich, vor allem wenn Hilfe schnell von Nöten ist. Gleiches gilt für verbale und nonverbale Angriffe oder gar den Missbrauch von Rettungsmitteln.

SSB
Respektloses Verhalten fängt an, wenn wir als Mitarbeitende im Fahrdienst oder im Prüfdienst überheblich oder herabschauend behandelt werden. Als Person werden wir oft ignoriert und nicht gegrüßt, das Ticket wird nicht vorgezeigt und Fahrgäste missachten Regeln oder ignorieren sie bewusst. Sie halten Türen auf, so dass das Fahrzeug nicht weiterfahren und der Fahrplan aus dem Takt geraten kann.
Viele machen sich gar nicht klar, dass ihr Verhalten auch anderen Fahrgästen gegenüber respektlos ist: Sie legen ihre Füße auf den Sitz – der nächste Fahrgast hat dann eventuell schmutzige Kleidung. Fahrgäste essen in Bus oder Bahn, was geruchlich für alle Mitfahrenden sehr unangenehm sein kann. Bus und Bahn werden vermüllt.
Es kommt auch vor, dass unsere Privatsphäre nicht respektiert wird. Wir werden unhöflich behandelt, beleidigt und bedroht. Der Ton ist dann auch mal aggressiv und es kommt bis zur Androhung von Gewalt oder zu Vandalismus.