Stadtbahnlinie U5 - 2. Teilabschnitt Leinfelden Bahnhof bis Neuer Markt

Projektbeschreibung

Die Stadtbahnlinie U5 soll ab der heutigen Endhaltestelle Leinfelden Bf verlängert werden. Mittels einer 660 Meter langen Neubaustrecke wird das neu entstehende urbane Mischgebiet in den Schelmenäckern an das Stadtbahnnetz angeschlossen. Hierbei wird durch die neue Endhaltestelle Neuer Markt das vorhandene Schienenangebot im Stadtteil Leinfelden erweitert. Innerhalb von 27 Minuten kann hierdurch der Hauptbahnhof Stuttgart vom neuen Leinfeldener Stadtquartier aus umsteigefrei erreicht werden. Dabei soll die U5 tagsüber auch weiterhin im Zwanzig-Minuten-Takt verkehren. In den Randstunden wird auf einen Dreißig-Minuten-Takt übergegangen.

Seit Dezember 2019 befindet sich das Projekt im Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium Stuttgart. Der Bauherr und Betreiber ist die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB).

Mit dem Bau der Hauptmaßnahme soll nach heutigem Stand im Jahr 2021 begonnen. Die Gesamtbauzeit beläuft sich auf ungefähr 18 Monate.

Streckenverlauf

Durch den Rückbau der derzeit temporär betriebenen Wendeanlage an der Haltestelle Leinfelden Bf beginnt die Neubaustrecke der Stadtbahnverlängerung U5. Hier rückt die neue Trasse zunächst in Richtung Osten etwas ab um Platz für die bisherige Zugangsmöglichkeit zur S-Bahn-Station von Südwesten her zu schaffen. Diese wird durch einen herzustellenden Z-Überweg aufrechterhalten.

An den neuen Gleisüberweg anschließend nähert sich die Neubautrasse den Gleisen der S-Bahn wieder und verläuft von da an weitestgehend gebündelt zu diesen. Bevor beide Trassen einen Bogen Richtung Südosten einschlagen, werden die zwei Streckengleise der SSB durch die bereits bestehende Rettungszufahrt der DB gequert.   

Auf Höhe des neuen Quartiersplatzes der Stadt Leinfelden-Echterdingen entsteht die neue Endhaltestelle Neuer Markt. Diese ist von zwei weiteren Z-Überwegen umgeben, welche zur Anbindung des geplanten Mischgebietes sowie der Neubauten von Kita und Jugendzentrum dienen.

Zusätzlich zum Streckenausbau ist am Ende des Neubauabschnitts, südlich der zu errichtenden provisorischen Wendeanlage die Herstellung eines neuen Betriebsgebäudes zur Stromversorgung der Stadtbahn geplant.

Da die SSB-Gleise teilweise niedriger als das Gleisniveau der Deutschen Bahn liegen, müssen eine Böschung und abschnittsweise auch Stützbauwerke zwischen den beiden Trassen hergestellt werden.

Haltestelle und Gleisbauweise

Die neue Endhaltestelle erhält zwei Seitenbahnsteige, welche auf den Betrieb von 40-Meter-Zügen ausgelegt sind. Bereits jetzt sollen jedoch alle Voraussetzungen zum möglichen Ausbau auf den Betrieb mit Doppelzügen geschaffen werden. Somit können die Bahnsteige bei Bedarf, ohne weiteren baulichen Eingriff in die Stadtbahntrasse, auf 80-Meter-Züge angepasst werden.

Der nördliche gelegene Bahnsteig stadteinwärts wird mit dem neuen Quartiersplatz plangleich verbunden, sodass ein barrierefreier Haltestellenzugang entsteht. Stadtauswärts dient der Bahnsteig zunächst nur zur Ankunft von Stadtbahnen. Mittels Rampen, welche die beiden Bahnsteigenden mit den umliegenden Gleisüberwegen verbinden, wird auch hier, von beiden Seiten kommend, Barrierefreiheit geschaffen.

Die zweigleisige Strecke verläuft über die gesamte Länge hinweg oberirdisch. Der Oberbau wird hierbei größtenteils als feste Fahrbahn ausgestaltet. Wie für oberirdische Neubaustrecken der SSB üblich, wird die feste Fahrbahn als Magerwiesengleis ausgeführt. Durch diese extensive Begrünung der Gleise wird ein optisch ansprechender und ökologisch hochwertiger Bahnkörper geschaffen. Abweichend hierzu werden die Weichenbereiche in Schotterbauweise umgesetzt. Im Anschluss an die Rettungszufahrt der Deutschen Bahn wird darüber hinaus ein ca. 20 Meter langer Gleisabschnitt als Eingleisfläche für Service- und Rettungsfahrzeuge hergerichtet. Hierzu wird bis zur Schienenoberkante eine befahrbare, befestigte Fläche hergestellt.

Bauablauf

Nach Erhalt des Planfeststellungsbeschlusses sind zunächst vorbereitende Maßnahmen im zukünftigen Baufeld erforderlich. Dabei werden unter anderem Leitungen verlegt und das Gehölz entlang der Neubaustrecke gerodet.

Zu Beginn der eigentlichen Bauarbeiten wird mit der Herstellung der Ingenieurbauwerke, den teilweise erforderlichen Stützwänden zwischen der Trasse der Deutschen Bahn und den Gleisen der SSB gestartet. Die hierfür notwendigen Arbeiten bedürfen einer ungefähren Dauer von 6 Monaten.

Zeitgleich wird am Streckenende mit dem Rohbau des Unterwerks begonnen, woran anschließende die ersten Ausbauarbeiten innerhalb des Gebäudes durchgeführt werden.

Nach Fertigstellung der Stützwände starten die Gleisbauarbeiten, sodass etwa ein halbes Jahr darauf mit dem stadtbahntechnischen Ausbau der Strecke begonnen werden kann.

Über die gesamte Bauzeit der Stadtbahnmaßnahme hinweg, wird die S-Bahn-Unterführung, welche Fußgängern und Radfahrern zur Verbindung des Neuen Markts und der Max-Lang-Straße dient, für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Eine Umleitung wird eingerichtet. Darüber hinaus wird die östliche P+R-Anlage am Bahnhof Leinfelden vorübergehend ebenfalls beansprucht und dauerhaft für die Realisierung der Stadtbahnverlängerung verkleinert.